Phänomenologische Untersuchungen - LU (alle)

Devino M., Montag, 28. August 2017, 01:07 (vor 443 Tagen)

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2B.II.4K.§31
Die Hauptrolle der aufgewiesenen Verirrungen

Es wäre zu weit gegangen, würde man Locke und Berkeley den Vorwurf machen, sie hätten den deskriptiven Unterschied zwischen der Einzelidee in der individuellen Intention und derselben Einzelidee in der allgemeinen Intention (als Fundament eines begrifflichen Bewusstseins) ganz übersehen. Dass der "Geist" es ist, der ihnen stellvertretende Funktion verleiht, dass er die erscheinenden Einzelheiten als Repräsentanten verwendet, wird uns in verschiedenen Wendungen versichert; und dass diese Geistestätigkeiten bewusste sind und somit in die Sphäre der Reflexion fallen, würden diese großen Denker sicherlich zugestanden haben. Ihre fundamentalen erkenntnistheoretischen Irrtümer oder Unklarheiten erwachsen aber aus einem bereits oben bloßgelegten Motiv; nämlich daraus, dass sie sich bei der phänomenologischen Analyse fast ausschließlich an das anschauliche Einzelne, sozusagen an das Greifbare des Denkerlebnisses halten, an die Namen und die exemplifizierenden Anschauungen, während sie mit den Aktcharakteren, eben weil sie nichts Greifbares sind, nichts anzufangen wissen. Immerfort suchen sie daher nach irgendwelchen weiteren sinnlichen Einzelheiten und irgendwelchen sinnlich vorstellbaren Hantierungen an denselben, um dem Denken die Art der Realität zu geben, für die sie voreingenommen sind und die es im wirklichen Phänomen nun einmal nicht zeigen will. Man bringt es nicht über sich, die Denkakte als das zu nehmen, als was sie sich rein phänomenologisch darstellen, sie somit als völlig neuartige Aktcharaktere gelten zu lassen, als neue "Bewusstseinsweisen" gegenüber der direkten Anschauung.
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Man kann vielen vieles nicht wirklich verübeln, jedenfalls sofern sie es nach ihren Möglichkeiten ernstlich und aufrichtig angehen. Es hat mit jeweiligem Entwicklungsstand durchaus mal zu tun. Somit heißt es nicht gleich, was einem einleuchtend ist oder leicht fällt, dass es in gleicher Weise für jedermann sonst auch gilt.

Je nach Art, z.B. der einströmenden Emotionen oder einwirkenden Gedanken, kann einer agieren, sie sondern und in der einen oder anderen Weise verarbeiten, und dann entsprechend intelligent agieren. Ein anderer kann durch selbiges überfordert sein. Und noch ein anderer kann vielleicht bloß automatisiert darauf anspringen und reagieren, ohne selber irgend etwas anders machen zu können.

All so verhält es sich auch mit allerlei Lehren, jeder lehrt was er lernt oder bereits gelernt hat. Wenn es denn ein Lehren auch ist.

Man kann manches wie es der Geist oder auch das Selbst ist, oft nicht gewahren. Jedenfalls solange man in keiner dafür geeigneten oder begünstigten Stellung sich befindet. Doch an der Reflexion ließe sich einiges ableiten.

Vergleichbar mit dem, was auf einen einwirkt, von dem, wofür sich selber manche mit ihren Lieblingssynergien gleichsetzen, und dem was ausgeht, wessen Gewahrsein erst durch Reflexion oder Widerspiegelungen sich erschließen kann. Dabei hat letzteres meist weit mehr mit einem zu tuen und steht zu einem in einer zu direkten Verbindung vielleicht nur, als dass man es überhaupt wahrnehmen könnte.

So ist es auch mit der Phänomenologie des Geistes darum ähnlich bewandt. Manches kann man nur annehmen und voraussetzen, und so damit arbeiten als ob es in lebendig vertretener Form da wäre. Trifft man die richtigen Punkte (und sei es mit etwas Glück, sofern man in keiner begünstigten Stellung dazu wäre), dann zeigt es sich irgendwo, wenn man der Reflexion Gelegenheit gibt dieses zu zeigen...

Maßvoll zur Andacht bewogen - BG 6:17

Devino M., Mittwoch, 30. August 2017, 03:13 (vor 441 Tagen) @ Devino M.

Bhagavad Gita 6:17

Yogananda:
Wer regelmäßig und maßvoll isst, ruht, arbeitet, schläft und wacht, wird feststellen, dass der Yoga all seinem Leid ein Ende bereitet.

Prabhupada:
Wer in seinen Gewohnheiten des Essens, Schlafens, Entspannens und Arbeitens maßvoll ist, kann alle materiellen Leiden lindern, indem er das yoga-System praktiziert.

Reclam:
Wer maßvoll speist und sich erholt,
Wer maßvoll handelt jederzeit,
Wer maßvoll schläft und maßvoll wacht,
Bei dem tilgt Yoga jedes Leid.

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Man fragte sich, warum Prabhupada, "Yoga" oft als "yoga", mit einem Kleinbuchstaben beginnend schreibt? Doch wenn man es als etwas Tätiges nimmt und sich in der Weise daran annähert, nicht nur als eine Umschreibung oder einen Oberbegriff allein, dann möchte es vielleicht seinen Sinn ergeben. In Annährung an den Geist und vermutlich dadurch, dass der Geist im Gegensatz zu allen materiellen und körperlichen Funktionen, Gegebenheiten und Konstitutionen, als dermaßen grenzenlos und unkonventionell gehandelt wird, mag dagegen die Versuchung herrühren, ihm auf ähnlicher Weise und Basis begegnen zu wollen.

Doch was brächte Unausgewogenheit in irgendeiner Richtung und Hinsicht anderes, als letztlich einen nur dazu führen zu wollen, dass Gleichgewicht darin und damit herstellen zu dürfen. Jedenfalls wäre es in keiner Weise ein Indiz dafür, tatsächlich in angemessener Weise damit auch umgehen zu können. Wenn es nicht ohnehin lediglich einen Versuch darstellte, sich bloß dadurch aus der Affäre ziehen zu wollen, als wäre man jenseits von "gut und böse" und müsse gar abgehoben damit umgehen, anstelle eines angemessenen und ausgewogenen Umgang damit zu pflegen.

Leicht machte man es sich dann, auf Kosten des Allgemeinen (welcher Art und Form auch immer) gesondert und überhoben sich geben zu wollen. Und wäre man also ebenso im Allgemeinen, wie jeder andere, dann würde es natürlich auf Kosten des Allgemeinen gehen, täte man also anders als dem also wäre tuen, und erfüllte also seinen Anteil daran dadurch nicht und dieses vielleicht gar mit Vorsatz. Vielleicht, wie wohl nicht selten mal auch wieder unter dem Deckmantel irgend einer Form von Spiritualität und einem Anschein also, nicht mehr seinen Alltag wie jeder andere Mensch auch, es für nötig zu haben diesen so bestreiten zu brauchen.

Doch ist es ganz einfach darum bestellt, wenn man Geist spielen möchte, dann sei man Geist, und bleibe im Geist, statt sich ohne seine notwendigen Belange kümmernd dem Allgemeinwohl zu Lasten zu fallen. Andernfalls darf man gern auch die Sorge dafür tragen, alles so zu hinterlassen alsdann, und in ausgewogener Weise zu erledigen, dass es keinerlei Kummer bereiten sollte, wenn man also zu den Ewigen Jagdgründen (wie es bei Indianern wohl gehießen haben mag) aufbrächte, oder ebendrum wie ein Geist durch den Alltag streifte.

Denn wenn es bloß aus Unwillen herrührte, seiner Verantwortung gerecht zu werden, ist alle überhobene daraus resultierende Verworrenheit, keineswegs ein Akt geistiger Fortgeschrittenheit als bloß Unzulänglichkeit einen adäquaten und ausgewogenen Umgang zu pflegen mit den allgemeinen Dingen um einen herum in rechter Weise umzugehen. Da hilft dann auch kein Yoga oder irgend eine Religion und Spiritualität, die solcherlei sogar schlichtweg voraussetzt, ehe man sich darin vertiefend geistige Fortschritte erringen wird...

Wie erinnert man sich an den Himmel? - KiW 13:7:17

Devino M., Sonntag, 03. September 2017, 01:09 (vor 437 Tagen) @ Devino M.

Ein Kurs in Wundern - T 13:7:17

Den Lobgesang der Erlösung können wir nicht alleine singen. Meine Aufgabe ist nicht vollendet, solange ich nicht jede Stimme erhoben habe mit der meinen. Und doch ist sie nicht meine, denn so wie sie meine Gabe an dich ist, so war sie die Gabe des Vaters an mich und wurde mir durch Seinen Geist gegeben. Ihr Klang wird den Kummer aus dem Geist von Gottes Allerheiligstem Sohn verbannen, wo er nicht weilen kann. Heilung ist in der Zeit vonnöten, denn die Freude kann ihre ewige Herrschaft nicht erreichten, wo der Kummer wohnt. Du wohnt nicht hier, sondern in der Ewigkeit. Du reist nur in Träumen, während du in Sicherheit zu Hause weilst. Danke jedem Teil von dir, den du gelehrt hast, sich deiner zu erinnern. So sagt der Gottessohn seinem Vater für seine Reinheit Dank.
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Was würde man wohl noch schnell mitnehmen wollen, wenn man nur kurze Augenblicke Zeit dafür hätte (z.B. weil das Haus abbrennt). Oder wenn es einem lediglich kurz erlaubt wäre eine Handvoll der Dinge mitzunehmen, die einem wertvoll sind, ehe man nicht mehr zurück kehren könnte?

Meist würde man sich wohl auf irgendwelche wichtigen Papiere und Dokumente, besondere Wertsachen, oder spezielle Andenken, besinnen. Doch was, wenn man aus dieser Welt scheiden würde, entweder durchs Ableben oder sei es eine Reise in eine andere Welt, wo man überhaupt nichts von diesem dann brauchen könnte oder es sich gar nicht dorthin mitnehmen ließe?

Also bliebe einem nur noch das, was man mit in sich trägt und daher und dadurch mitnehmen kann. Doch was, wenn man selbst davon das abzulegen hätte, was an eine Art oder Form körperbezogener Konstitution hinge und dadurch gegeben wäre? Also selbst wenn man einen ausgezeichneten Verstand oder gut ausgeprägte Sinne hätte, für wie schlau man sich also hielte, spielte auch dann keine Rolle mehr.

Also bliebe nur das, was eindeutig und tiefergehend verinnerlicht ist, und wie weit die Erinnerung ans Erlernte reicht. Vielleicht nicht die Einzelheiten, die dann auch unwesentlich wären, sondern der Kern der Erfahrungssubstanz wäre, was dann bliebe. Damit hätte man wohl einen der wesentlicheren Schätze umkreist, welcher sich mitnehmen ließe.

Wie erinnert man sich an den Himmel? Denn wie die Erinnerung, die man an diese Welt in sich trägt, so ähnlich verhält es sich dann doch auch umgekehrt. Wie es um alle Erfahrung dieser Welt steht, so doch auch um das, und sei es nur als Erfahrungssubstanz, was mit dem Himmel in Verbindung stünde?

Wenn die einzige Distanz, der Zauber eines Traumes ist, dann ist es keine eigentliche Entfernung. Was aber entscheidender ist, ist wohl die Essenz, worin es liegt. Auch vielleicht, wie weit es davon abhängig ist, was darin alles einbezogen ist, oder was vorausgesetzt einbezogen sein muss auf der eigenen Seite, um die Summe dessen zu bilden, was die Substanz der Erinnerung vollständig macht. Denn das wäre der Schlüssel zur Erinnerung an den Himmel!

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