Trugbild und Kraftzusammenhang - KiW 19:4:D7 (alle)

Devino M., Montag, 05. Februar 2018, 00:28 (vor 194 Tagen)

Ein Kurs in Wundern - T 19:4:D7

Es scheint dir, dass die Welt dich ganz und gar im Stich lassen wird, wenn du nur deinen Blick erhebst. Doch alles, was geschehen wird, ist, dass du die Welt für immer verlassen wirst. Das ist die Wiedereinsetzung deines Willens. Sieh ihn mit offenen Augen an, und du wirst nimmermehr glauben, dass du in der Gewalt von Dingen jenseits von dir bist, von Kräften, die du nicht kontrollieren kannst, und von Gedanken, die dir gegen deinen Willen kommen. Es ist dein Wille, dieses anzusehen. Kein verrücktes Verlangen, kein trivialer Impuls, das wieder zu vergessen, kein Stich der Angst noch der kalte Schweiß des scheinbaren Todes können deinem Willen standhalten. Denn was dich von jenseits des Schleiers her anzieht, das ist auch tief in dir, der du ungetrennt davon bist und vollständig eins.
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Schaut man einen Gegenstand an, z.B. einen mit Bekleidungsgegenständen behangenen Stuhl, so könnte es im dunkeln ein Trugbild erzeugen, ganz so, als würde man jemanden auf dem Stuhl sitzen sehen. Schaut man also selbiges mit Beleuchtung an, so sieht man dass es Bekleidung ist, welche bestenfalls so gestaltet ausschaut, als wäre es jemand auf dem Stuhl.

Dabei ist nichts davon weniger oder mehr für die Psyche zunächst, als nur etwas Vorzustellen. Und so spielt es wohl nicht einmal eine wesentliche Rolle, ob das Vorstellen sich auf einen tatsächlichen Sinnesgegenstand bezieht, auf etwas was sich anfassen ließe, oder lediglich auf das Vorstellen aus der Erinnerung heraus. Natürlich kann man anfangen einen Unterschied darin zu suchen, ob etwas derart materiell konstituiert ist, dass es sich anfassen ließe. Ob es ein Sinnesgegenstand ist oder nur eingebildet und nicht außer einem selbst irgend einen Bestand bildet. Denn alles hat eine gewisse Beschaffenheit, ja selbst der Wille hat eine Beschaffenheit. Und eben darin liegt auch der Unterschied!

Das noch größere Trugbild z.B. kann nicht nur in einer Art von optischer Täuschung bestehen, sondern oft in einem viel größeren Umfang in der Annahme, dass es aufgrund einer Art von Beschaffenheit notwendigerweise überall oder zumindest anderswo auch eine bestimmte Beschaffenheit dadurch hat. Doch nimmt man bloße Erscheinung und behandelt diese als Gegenstand eines Willens, kann man schnell einer Täuschung unterliegen, und dabei die Erfahrung machen, dass es willentlich nicht existent ist, oder eben drum etwas ganz anderes bedeutet. Damit kommt man dahin festzustellen, dass der Kraftzusammenhang z.B. wesentlicher sein kann, und ein Trugbild noch relativ dazu stehen kann, wenn man die Zusammenhänge nicht angemessen beachtet.

Spender von Gaben - KiW 19:4:D20

Devino M., Freitag, 09. Februar 2018, 00:15 (vor 190 Tagen) @ Devino M.

Ein Kurs in Wundern - T 19:4:D:20

Bedenke sorgsam, wie du auf den Spender dieser Gabe schauen willst, denn so, wie du auf ihn schaust, so wird die Gabe selber dir erscheinen. So, wie er als Geber entweder von Schuld oder von Erlösung gesehen wird, so wird auch sein Angebot angesehen und empfangen werden. Die Gekreuzigten geben Schmerz, weil sie Schmerz haben. Die Erlösten aber geben Freude, weil sie vom Schmerz geheilt sind. Jeder gibt so, wie er empfängt, aber er muss wählen, was das, was er empfängt, sein wird. Und er wird seine Wahl an dem erkennen, was er gibt und was ihm gegeben wird. Auch ist es nichts und niemandem in Himmel oder Hölle gegeben, sich in seine Entscheidung einzumischen.
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Ja, es ist zu einem beträchtlichen Ausmaß schon dieses, man empfängt, was man gibt. Einen weiteren Teil allerdings bildet auch der Entwicklungsstand der Seele und die übernommenen Aufgaben.

Denn an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen, heißt auch, dass je fortgeschrittener der Entwicklungsgrad, desto delikater und fordernder die Aufgaben, die von jeweiliger Seele auf sich genommen und übernommen werden. Wobei es nicht nur auf die Seele an sich bezogen bleibt. Also kann man mitunter an dem, womit man alles konfrontiert ist, mitunter auch erkennen woran man ist.

Und wenn man nicht Erster ist und war, dann ist man Spender von Gaben, die einem oder durch einen gegeben sind. Überhaupt, es spielt zunächst keine Rolle, wer man ist, sondern dass man den Part erfüllt, der einem zuteil wurde, weil er einem zuteil wird und zuteil ist.

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